Schriftgrößenumschaltung 16 klein Schriftgrößenumschaltung mittel Schriftgrößenumschaltung groß Zurück zur Startseite (Textmodus) Zurück zur Startseite (Grafikmodus)

Bemerkungen zum Barrierefreien Web

Allgemein:

Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, im Rahmen eines Internet-Auftrittes den Zugriff für behinderte Menschen zu erschweren oder sogar zu verbauen. In vielen Fällen geschieht dies aus Unkenntnis und fehlendem Vorstellungsvermögen. Oder der Glaube, Behinderte seien nicht die Zielgruppe, oder ein neuer beziehungsweise extra Auftritt sei zu teuer. Für behinderte Menschen gewinnt das Internet zunehmend an Bedeutung für die soziale und berufliche Integration. Sie können per Internet wieder viele Dinge des Alltags selbständig erledigen und ihre gesellschaftliche Mobilität erhöhen. Das erfordert aber einen barrierefreien Zugang zu diesem neuen Medium, was mit diesem Projekt gefördert werden soll. Sorgen Sie dafür, daß Ihre Seiten für alle zugänglich sind!

Unwissenheit:

Barrieren entstehen oft aus Unwissenheit heraus. Dass die Mehrheit der Bevölkerung mit dem Begriff barrierefreies Internet nichts anzufangen weiss, zeigte das erschreckende Ergebnis der Online-Umfrage über dieses Thema. In erster Linie ging es bei der Umfrage darum festzustellen, in wie weit der Ausdruck barrierefreies Internet bekannt ist und wie oder ob die Umsetzung erfolgt: 82% aller Befragten haben keinen barrierefreien Internetauftritt, wobei 80% sich der Problematik für Behinderte nicht bewusst sind.

Als häufigste Gründe für die Nichtumsetzung von barrierefreien Seiten wurden fehlende Information zur Realisierung (56%), andere Zielgruppe (12%), zu hohe Kosten (9%) genannt. 23% gaben keine spezifischen Gründe an. 18% der Befragten haben bereits einen barrierefreien Internetauftritt, wovon 73% umgerüstet haben, also barrierefreie Elemente in ihren bestehenden Auftritt integriert haben, 27% jedoch einen separaten Auftritt haben. Bei der Gestaltung dieser Seiten wurden hauptsächlich Sehbehinderungen/Blindheit (42%), Schwerhörigkeit/Taubheit (18%), körperliche Behinderung (19%), Sprachbehinderung (13%) und geistige Behinderung (8%) berücksichtigt. Durchschnittlich wurden 30% des gesamten Online-Etats für die Umsetzung von barrierefreien Seiten ausgegeben. Insgesamt haben sich 245 Unternehmen, öffentlich/stattliche Einrichtungen, Hersteller von Produkten für Behinderte, Vereine/Stiftungen, Parteien und andere in ganz Deutschland an der Umfrage beteiligt.

Behinderung und ihre Formen:

Menschen mit einer Sehbehinderung:

Grundsätzlich zu unterscheiden ist zwischen Menschen mit Sehschäden, Farblinden und Blinden. Durch spezielle Monitore und entsprechende Software, die es ermöglichen Text auf die individuellen Bedürfnisse hin zu vergrößern bzw. den Text mittels Sprachausgabesystem vorzulesen, können diese Menschen am PC arbeiten. Damit die Informationen einer Website auch für Sehbehinderte, Farbblinde und Blinde zugänglich sind, sollte vor allem auf umfangreiche Tabellen (nahezu unmöglich vom Sprachausgabesystem auszulesen), unbetitelte Bilder und auf Farbspiele verzichtet werden.

Menschen mit einer Körperbehinderung:

Während sich für einen Rollstuhlfahrer wenige Probleme beim Umgang mit dem PC ergeben, versucht ein Mensch ohne Hände anhand von Hilfsmitteln wie zum Beispiel für Mund, Kopf, etcetera an die Informationen auf dem Bildschirm zu gelangen. Für ihn ist es vor allem wichtig, nicht nur per Mausklick auf die entsprechende Ebene zu gelangen sondern auch per Tastatureingabe.

Menschen mit Hörschäden:

Da Unternehmen vermehrt Wert darauf legen, bei der Gestaltung ihres Internetauftritts Video und Sound zu integrieren, sind schwerhörige und taube Menschen die zweitwichtigste Gruppe, auf die eingegangen werden muss. Für diese Menschen sollte die Website so aufgebaut sein, dass jedes Nicht-Text-Element auch als Text-Dialog abrufbar ist. Das kann durch Untertitel oder auch durch separate Seiten gelöst werden.

Menschen mit einer Sprachbehinderung:

Sprachstörungen treten häufig in Kombination mit einer anderen Behinderung auf. Hervorgerufen wird diese Art von Behinderung z. B. bei der Krankheit Multiple Sklerose oder Autismus sowie bei Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Der Inhalt eines Internetauftritts sollte so gestaltet sein, dass der Benutzer die Geschwindigkeit des Ablaufs auf seine individuellen Bedürfnisse hin, einstellen kann.

Menschen mit geistiger Behinderung:

Menschen mit geistiger Behinderung , wie Dyslexie-Patienten oder Epileptiker, profitieren von kurzen und einfachen Inhalten. Auf blinkende Animation sollten Gestalter und Entwickler von Internetauftritten verzichten, da unter Umständen ein Anfall ausgelöst werden kann.

Technik:

Jede Form von Behinderung verlangt andere Hilfsmittel und Technik, um Zugang zum Internet zu bekommen. Zwar benutzt jeder einen Internetbrowser, doch diese lassen sich individuell einstellen. Das bedeutet, dass der User Layoutvorgaben ignorieren und Webseiten an seine Bedürfnisse anpassen kann. Zum Beispiel sind Schriften in Art, Farbe, Grösse individuell veränderbar, Grafiken, Animationen und Klang können abgeschaltet werden, ebenso wie JavaScript. Und damit ist die Mühe des Screendesigners völlig umsonst gewesen, falls nicht daran gedacht wurde, die Richtlinien für Barrierefreiheit einzuhalten.

Umsetzung:

Meist ist die erste Frage, ob man einen zusätzlichen Internet-Auftritt in einer Nur-Text-Version gestaltet, oder den bereits vorhandenen Auftritt so umbaut, dass dieser barrierefrei wird. Das bleibt natürlich jedem Einzelnen selbst überlassen. Wenn Sie nun nicht auf Animationen, Flash, Werbebanner und ähnliches nicht verzichten wollen, bietet sich jedoch ein extra Auftritt an. Es gibt jedoch auch viele das Auge ansprechende Gestaltungsmöglichkeiten, bei denen beide Versionen integriert werden können.